Heute Nuhr Tschüssikowski (D 2018)

Das neue Jahr 2019 hat inzwischen begonnen und mit dem Ablauf von 2018 liefen in den letzten Tagen wieder die satirischen Rückblicke auf das, was in 365 Tagen um uns herum geschehen ist und was die Welt beschäftigt hat. Die HEUTE SHOW, DIETER NUHR und URBAN PRIOL haben es sich nicht nehmen lassen, wieder in deren ganz eigenen Arten auf das Geschehen zurückzublicken … um gemeinsam mit uns in gebannter Spannung das zu erwarten, was in 2019 vielleicht folgen wird.

In der HEUTE SHOW wurden wieder einmal die unbegehrbaren VOLLPFOSTEN als Preise für herausragende Leistungen vor allem von Politikern vergeben, die mit deren Eigenheiten, Ambitionen und Absonderlichkeiten die Jobs der Satiriker dauerhaft absichern. Und wie in DINNER FOR ONE (D 1963) heißt es auch hier inzwischen recht häufig: THE SAME PROCEDURE AS EVERY YEAR. Manche Empfänger des VOLLPFOSTENS haben scheinbar ein Dauer-Abonnement darauf.

 

HEUTE SHOW – DER JAHRESRÜCKBLICK 2018

 

Während die HEUTE SHOW mit Preisen und ganz besonderen Liedern die Empfänger bedenkt, liefern DIETER NUHR und URBAN PRIOL als Ein-Mann-Satire-Kommandos die noch viel deutlicheren Töne und Spitzen, was Politik, Gesellschaft und Welt angehen. DIETER NUHR versteht es besonders gut, nicht nur Irrungen und Wirrungen da draußen aufzuzeigen, sondern geht auch in die Köpfe von Jedermann, vor allem der Zuschauer, hinein. Schließlich sind es nicht nur die Entwicklungen von außen, sondern auch die Überlegungen, Haltungen und Taten von jedem Einzelnen genau dazu. Oder anders gesagt: DIETER NUHR stupst uns nicht nur mit der Nasenspitze auf etwas, sondern er hält einen Spiegel hoch, in dem wir uns selbst sehen und – viel wichtiger noch – selbst erkennen können, was los ist. Ein besonderes Geschick beweist er immer wieder, wenn die Themen äußerst ernsthaft werden. Stichwort: Rassismus. Kurze, aber äußerst deutliche, ernstzunehmende und zum Nachdenkend bringende Worte findet er, ohne dabei selbst in eine Moralisierungsfalle zu tappen. Das tut sehr gut!

 

 

URBAN PRIOL kramt genauso tief wie DIETER NUHR in den Unweiten von 365 Tagen auf der Erde, um die Absurditäten des Jahres hervorzuholen, und findet dabei noch einmal ganz andere Perlen. Der Fundus scheint endlos zu sein – und die Kritik an Politik und Gesellschaft ebenfalls äußerst deutlich. Wir werden daran erinnert, dass der Rückblick auf das Jahr nicht nur zeigen soll, was gewesen ist und welche offiziellen Entscheidungen unsere Gesellschaft und unser Leben prägen, sondern auch welche Chancen und Möglichkeiten wiederkehrend oder immerwährend bestehen, um selbst zu wirken und nicht nur andere bestimmen zu lassen. URBAN PRIOL macht das an ungefähr 400 Millionen Euro deutlich. Und wenn die deutsche Gesellschaft dann noch eine bestimmte Mentalität überwindet, würde das vielleicht auch aufgehen. Das Dilemma scheint nur zu sein, dass viele sich der Idee von Captain Jack Sparrow anschließen, der im Gespräch mit Elisabeth Swan erwidert:

 

ELISABETH SWAN

Es wird der Moment kommen, in dem ihr die Chance habt, das Richtige zu tun.

CAPTAIN JACK SPARROW

Ich liebe diese Momente. Ich winke ihnen gerne zu, wenn sie vorbeiziehen.

 

TILT! TSCHÜSSIKOWSKI 2018

 

Das ist es wohl auch, was DIETER NUHR immer wieder dazu gebracht hat festzustellen, dass das Beste an 2018 wohl die Dinge gewesen sind, die zum Glück nicht eingetreten sind, obwohl die Chancen ziemlich gut dafür standen. Nun liegen 365 neue Tage wieder vor uns – aber ein Zwischenstopp bei diesen drei Rückblicken lohnt sich immer wieder, um sich einen Stupser für die Nase abzuholen, oder um sich vielleicht sogar weiter inspirieren zu lassen …

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